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…like crazy

04 Sep
…like crazy

Ich gebe zu, die Art in der ich DVDs sammle (momentan sind es um die 900) ist nicht sonderlich originell, noch kann ich damit intellektuell angeben.
Meist läuft es so ab, dass ich einen Schauspieler oder eine Schauspielerin lieb gewinne, und dann alle möglichen Filme, in denen er/sie mitgespielt hat, zusammen sammel.
So sehe ich mir dann auch Filme aus Kategorien an, die ich mir sonst nicht ansehen würde (danke an Michael Fassbender, Zachary Quinto und Sam Stockman für das Mitwirken in Horrorstreifen…ich hab was gut bei euch!).

Und so setzt sich meine Mediathek aus ganz vielen verschiedenen Filmen zusammen, seien es Blockbuster, Indie-Filme, sehr viele Gay Filme oder auch Klassiker.

Den Film den ich hier vorstellen möchte gehört am ehesten in die Indie-Kategorie (Budget 250’000 Dollar).

Ich hatte den DVD schon einige Male in den Fingern, jedoch hat es nie zum Kauf gereicht, zu sehr erinnerte mich das Cover an seichte Nicholas Sparks Verfilmungen.
Anton Yelchin sei Dank habe ich mich dann trotzdem ran gewagt…und habe es nicht bereut.

 

Zum Inhalt…

Die Geschichte handelt von Anna (Felicity Jones), einer jungen Engländerin, die bei ihrem Studium in Amerika Jacob (Anton Yelchin), einen angehenden Möbel-Designer, kennenlernt und sich in ihn verliebt.
Beide sind unglaublich glücklich (like crazy…) und verbringen so viel Zeit wie möglich miteinander, doch irgendwann muss Anna wieder zurück nach England, da ihr Visum ist abgelaufen ist. Da sich die beiden ein Leben ohne den anderen nicht mehr vorstellen können, beschliesst Anna, ihr Visum zu überziehen, und den Sommer weiterhin in den USA zu verbringen.

Doch diese Entscheidung hat Folgen, denn bei ihrem nächsten Besuch in Amerika lässt der Zoll Anna nicht mehr einreisen. Sie muss zurück nach England.

Zeit vergeht und die Beziehung der beiden wird auf eine harte Probe gestellt…und scheint zu scheitern. Anna und Jacob leben sich durch die Entfernung und die Zeitverschiebung auseinander und entfremden sich. Zudem treten neue potentielle Liebschaften in ihr Leben…und doch kommen sie nicht ohne einander aus….

 

crazy2Foto 2

Vorweg zu nehmen ist, dass es sich bei diesem Film um keine Hollywood Romanze mit Happy End handelt. Die Charaktere haben Stärken und Schwächen, ecken an, machen Fehler…und wachsen einem ans Herz.

Ich hab mir im Voraus die Rezensionen auf Amazon angesehen, und noch nie sah ich bei einem Film so durchmischte Meinungen. Bei diesem Film gibt es anscheinend nur Gut und Böse, Schwarz oder Weiss.
Ich gebe zu, ich war etwas skeptisch auf Grund der negativen Kommentare.
Es wurde von „langweilig“, „ohne Handlung“ bis hin zu „schlechtester Film aller Zeiten“ gesprochen.
Im Nachhinein behaupte ich:

Die Leute, die diesen Film  so schlecht bewerten,
A: haben ihn nicht verstanden
B: haben noch nie eine tiefgründige Beziehung zu einem Menschen gehabt
C: sind Teenies, die eine Nicholas Sparks Verfilmung mit Miley Cyrus erwartet haben

Das mag jetzt angriffig klingen, jedoch verteidige ich diesen Film mit Herzblut, und das nach einmaligem Ansehen.
Noch nie habe ich so eine reale Liebesgeschichte in Filmform gesehen. Noch nie hat es sich angefühlt, als würde ich zwei guten Freunden beim Verlieben und beim Trennen zusehen.
Das Gefühl der Nähe entsteht unter anderem auch durch den Einsatz einer Handkamera.

Felicity Jones spielt gewohnt süss, zerbrechlich und zugleich spitzbübisch. Man versteht, warum sich Jacob in Anna verliebt. Die beiden haben eine wirklich schöne Chemie, ohne kitschig zu wirken.

Auch Jennifer Lawrence spielt eine kleinere, wenn nicht weniger wichtige Rolle. Sie erscheint in der 2. Hälfte in der Rolle der Sam, Jacobs Assistentin und auch Freundin…und auch die beiden haben eine unglaubliche Chemie, jedoch auf eine ganz andere (tragisch-schöne)  Art als Jacob und Anna..
Und was für eine wunderschöne Frau und begabte Schauspielerin Jennifer Lawrence ist muss ich hier wohl nicht erwähnen…

Anton Yelchin als Jacob…momentan bekannt durch „Star Trek“ und „Only lovers left alive“ (der Typ unter den Locken).
Ich kannte ihn bereits vor diesen Filmen aus einer Folge der Serie „Criminal Minds“ in der er einen Teenager mit Gewaltfantasien spielte, der sich selbst nicht mehr vertrauen kann. Eine sehr intensive Rolle, die er gewaltig meisterte. Daher traute ich ihm schon einiges mehr als eine kleine Nebenrolle zu.
Und trotzdem war ich gespannt, da ich ihn noch nie in einer romantischen Rolle gesehen habe.
Und was soll ich sagen…
Mag es auch daran liegen, dass sich seine Freundin mit der er eine Fernbeziehung führte kurz vor den Dreharbeiten vom ihm getrennt hatte, oder mag es einfach an seiner Magie liegen…jedenfalls hat mich seit Ben Whishaw kein Schauspieler mehr so zum Heulen gebracht.
Und das in einer sehr ruhigen Rolle mit wenigen Worten.
Man kann zusehen, wie ihm die Gedanken durch dem Kopf schiessen, wie er sich verliebt…man spürt dem Moment in dem sein Herz bricht, man fühlt mit ihm, als er ein Herz brechen muss.

Ich sage das nicht oft über einen männlichen Hauptprotagonisten, aber Jacob entspricht zu 99% dem Typ Mann, den ich mir als Seelenbuddy wünschen würde.
Anton Yelchins Jacob wird mich noch eine Weile nicht los lassen.

Mein Fazit…
Es ist kein Film für jedermann. Diesen Film muss man selbst erlebt haben, man muss die Gefühle kennen, die darin vorkommen.
Und dabei meine ich nicht einmal die Liebesgeschichte. Man kann das ganze genauso gut auf eine Freundschaft auslegen, die mit der Zeit zerbricht, weil zwei Leben einfach auseinander laufen.
Wie man um eine Beziehung kämpft und einem das eigene Leben doch zuvor kommt. Wie Gefühle sich, ohne dass man es will, verändern.
Dass die Hürde einer Beziehung oder Freundschaft nicht darin liegt, sich zu finden, sondern das Ganze aufrecht zu erhalten.

Foto

 

 

Trailer:

 Like Crazy (2011), Regie: Drake Doremus, 90 Minuten

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Verfasst von - 4. September 2014 in Reviews

 

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